Spannung pur

Seien es Krimis, seien es persönliche Dramen: Dass man gern liest, liegt ganz sicher auch an der Spannung, die die jeweiligen Bücher prägt. Und die erhöht sich sogar noch, wenn sie so fantastisch vorgelesen werden wie in den Titeln des Münchner Hörverlags.

Juli Zehs neuer Bestseller ist ein Musterbeispiel dafür. Der beginnt mit einer Neujahrs-Radtour über einen steilen Pass auf Lanzarote. Und da hat Henning, der Held, eine Menge Zeit zum Nachdenken. Über sein Leben. in dem „eigentlich“ alles stimmt.

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Oder doch nicht? Denn er weiß nicht so recht, wo sein Platz ist. Zwar ist er Familienernährer, Ehemann und Vater – aber wo fühlt er sich wirklich wohl? Vermutlich nirgends. Und dazu kommen noch seine Angstzustände und Panikattacken.

Oben auf dem Berg fällt es ihm dann wie Schuppen von den Augen: Er muß schon mal hier gewesen sein. Als Kind. Und da hat er etwas Schreckliches erlebt, das er meinte, verdrängen zu können…

Juli Zeh: „Neujahr“; Roman als Hörbuch; gelesen von Florian Lukas; Hörverlag, München 2018; vier CDs mit 304 Minuten; 20 Euro

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Zum Kult geworden sind ja die Krimis des schwedischen Autors Henning Mankell. Hier nun liegt sein Debütroman, den er als 20-Jähriger im legendären Jahr 1968 schrieb, erstmals auf Deutsch vor. Darin geht es um den Sprengmeister Oskar Johansson, der schon als junger Mann in Ausübung seines Berufs schwere Verletzungen davontrug.

Und dann kommt das eine zum anderen: Die Freundin macht sich davon. Aber dann gibt er deren Schwester das Ja-Wort und kommt in einem bescheidenen, entbehrungsreichen Leben relativ gut zurecht. Er schafft sogar die Rückkehr in den Beruf. Und wird politisch aktiv.

Die Revolution, nach der er sich sehnt, stellt sich aber nie ein. Damit muß er zurechtkommen.

Henning Mankell: Der Sprengmeister“; Roman als Hörbuch; gelesen von Axel Milberg; Hörverlag, München 2018; vier CDs mit 268 Minuten; 21 Euro

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Mehrere Literaturpreise hat der Tiroler Bernhard Aichner bereits eingeheimst. Sein neuestes Meisterwerk spielt im Sommer vor 31 Jahren. Da geschieht ein brutaler Mord auf dem Dachboden eines Bauernhauses. Täter: ein 13-jähriger Junge. Opfer: eine Mitschülerin.

Aber auf dem Land deckt sich der Mantel des Schweigens darüber. Aber der hält nicht ewig. Denn 30 Jahre später geht das Morden schon wieder los…

Bernhard Aichner: „Bösland“; Roman als Hörbuch; gelesen von Hans Sigl, Johannes Steck, Jule Ronstedt, Beate Himmelstoss und Martin Gruber; Hörverlag, München 2018; mp3-CD mit 409 Minuten; 20 Euro

 

 

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