Entflammter Jüngling

Mit der ersten Liebe verbindet man sehr viel. Und wohl jeder erinnert sich dabei an ein Wechselbad der Gefühle. In das kann man auch bei einer Novelle von Iwan Sergejwitsch Turgenjew eintauchen, die nun im Verlag C.H. Beck in einer neuen Übersetzung von Vera Bischitzky erschienen ist.

Die Geschichte aus dem 19. Jahrhundert dreht sich dabei um den 16-jährigen Wladimir, der im Sommer auf dem Land seine Erste Liebe empfindet. Und zwar zu der fünf Jahre älteren Sinaida, die indes von Verehrern nur so umschwirrt wird. Kein Zweifel: eine ziemlich blöde Situation.

img_4047

Die Tochter eines Fürsten und einer Kleinbürgerin spielt ziemlich mit dem entflammten Jüngling: Sie deklariert ihn als Pagen, fordert Liebesbeweise. Und als sie tatsächlich mal einen Gefühlsausbruch wagt, muss der arme Liebende erkennen, dass der in Wahrheit seinem Vater gilt. Mist!

Eine Psycho-Skizze allererster Güte dieser schwierigen Lebensphase ist Turgenjew dabei gelungen. Aber dabei kriegt auch der Adel im spätfeudalen Russland gehörig sein Fett ab. Die neue Übersetzung sorgt dabei für neuen Glanz  der alten Geschichte.

Iwan Sergejwitsch Turgenjew: „Erste Liebe“; Novelle; neu übersetzt und herausgegeben von Vera Bischitzky; Verlag C.H. Beck, München 2018; 110 Seiten; 16 Euro (als E-Book 8,99 Euro)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s