Tastende Bewegung

Die frühesten Christen taten nicht zuletzt eins: Über den rechten Weg zum Glauben zu streiten. Diese frühe Zeit der Weltreligion beleuchtet Hartmut Leppin in einem neuen Buch aus dem Verlag C.H. Beck.

Der Professor für Alte Geschichte an der Universität Frankfurt am Main verfolgt Die frühen Christen dabei von ihren Anfängen bis zu Kaiser Konstantin, der das Christentum ja zur Staatsreligion machte.

In diesen ersten Jahr(hundert)en ab es ja viele Grundsatzfragen zu klären: Wie hielt man es mit der Sexualität? Mit der  Sklaverei, dem Geld oder dem Kaiser, der ja als Gott verehrt werden wollte?

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„Die Christen“ – dieser Ausdruck war in jener Epoche vielleicht schon eine Übertreibung. Denn bei diesen Menschen, die sich auf Jesus beriefen, handelte es sich keineswegs um eine homogene Gruppe. Von einer Kirche gar nicht erst zu reden.

Das Buch des Leibnitzpreisträgers irritiert auch: Er zeigt nämlich, dass uns die frühen Christen nah und fern zugleich sind. Beides vielleicht intensiver, als man zu wähnen vermag. Einerseits sind selbst die, die nichts mit diesem Glauben am Hut haben, von ihm geprägt – allein durch den Reigen der Feiertage oder durch die vielen Kirchen im öffentlichen Raum. Andererseits kann man heute so manches von dem, was die Menschen der Zeitenwende beschäftigte, nicht mehr nachvollziehen.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Buch, in dem Leppin auch der Frage nachgeht, wie es eine solch kleine Schar vom Rand des Römischen Reiches zu solch einer großen Bewegung werden konnte. Seine Position: Vieles aus dieser Gründerzeit ist eher eine „tastende Bewegung“ denn ein planvolles Vorgehen.

Hartmuth Leppin: „Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin“; Verlag C.H. Beck, München 2018; 512 Seiten mit 20 Abbildungen und fünf Karten; 29,95 Euro (als E-Book 24,99 Euro)

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