Neuer Blick auf Gainsborough

In Deutschland ist Thomas Gainsborough vor allem als Porträtmaler bekannt, aber er hat sich auch den Landschaften fantastisch genähert. Das bewies im vergangenen Jahr eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag ist nach wie vor sehens- und lesenswert.

Erst seit kurzem erkennt man, wie radikal modern die Malerei des 18. Jahrhunderts im Grunde war, schreibt Dr. Christoph Martin Vogtherr, der Direktor der Kunsthalle, über die künstlerische Epoche, die der englische Künstler mitgeprägt hat. Er konstatiert, daß in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Begriff „Moderne“ immer mit einem radikalen Bruch in Verbindung gebracht worden sei. Zwei Jahrhunderte zuvor habe man die damals geltenden Traditionen auch grundlegend in Frage gestellt. Aber mit mehr Respekt.

Der Katalog zu Die moderne Landschaft geht Gainsboroughs Kunst vor allem unter drei Aspekten an: die Einbindung in seine Zeit (unter anderem sein Verhältnis zur damals sehr populären niederländischen Malerei), seine Darstellung des sozialen Wandels, der sich in jenen Jahren vollzog, und die technischen Innovationen, die er für seine Bilder einsetzte.

Und es wird einem dabei klar, wie groß sein Einfluss auf die damals moderne Landschaftsmalerei war.

Katharina Hoins, Christoph Vogtherr: „Thomas Gainsborough – Die moderne Landschaft“; Ausstellungskatalog; Hirmer Verlag, München 2018; 224 Seiten mit 148 Abbildungen; 45 Euro

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