Hunger nach Schreiben

Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen ist noch keiner durchs Schreiben reich geworden. Selbst ein ganz Großer wie Hans Fallada wandelte (aus den verschiedensten Gründen) immer am Rande des Existenzminimums. Dem Zusammenhang zwischen Essen, Hungern und Literatur ist Bernhard Kathan in einem Buch aus dem Limbus Verlag auf die Spur gegangen.

Als Beispiele für diese Hungerkünstler dienen ihm dabei ganz prominente Namen: Da ist sogar Katharina von Siena mit dabei – jene Mystikerin, die als Bußübung auf Fleisch, Wein und gekochtes Gemüse verzichtete. Franz Kafka wiederum lässt in einer Erzählung einen Hungerkünstler in einem Käfig begaffen und misstrauisch beäugen: Ob er denn nicht heimlich etwas isst?

Nikolai Gogol („Tote Seelen“) steigerte sich so ins religiöse Fasten hinein, dass er mit 42 Jahren sogar deswegen das Zeitliche segnete. Und die Philosophin und Sozialrevolutionärin Simone Weil ging mit nur 34 an Magersucht zugrunde.

Ein weites Thema also, das Kathan in allen Facetten beleuchtet: Denn manchen bringt der Hunger auch zum Schreiben.

Bernhard Kathan: „Hungerkünstler“; Essay; Limbus Verlag, Innsbruck 2019; 208 Seiten; 18,90 Euro

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