Erben der Monarchen

Vor gut 100 Jahren ging nicht nur der Erste Weltkrieg zu Ende – sondern auch die Jahrhunderte lange Herrschaft des Adels in Europa. Auf die Vorgeschichte dieses weltgeschichtlichen Einschnittes blickt Frank Lorenz Müller in einem Buch aus dem Siedler Verlag zurück.

Den ersten Einschnitt (im wahrsten Sinne des Wortes) gab es schon 1793, als dem französischen König Ludwig XVI. per Guillotine das Haupt abgetrennt wurde. Aber dieser Funke sprang (noch) nicht über. Im 19. Jahrhundert war der Monarchie in europäischen Landen sogar eine Renaissance beschert. Die Thronfolger waren es, in denen sich viele Hoffnungen und Erwartungen widerspiegelten.

Frank Josef Müller, Professor für Neuere Geschichte an der schottischen Universität St. Andrews, gilt als einer der profundesten Kenner dieser Epoche. Sein Buch über den deutschen 99-Tage-Kaiser Friedrich III. wurde hoch gerühmt, auch hat er die Revolution von 1848/49 in Europa eindrucksvoll beleuchtet.

In diesem Werk widmet er sich denen, die einst für eine große Zukunft der europäischen Herrscherhäuser hätten sorgen sollen – von Isabella von Spanien bis Kronprinz Friedrich August von Sachsen. Er zeigt auf, warum sich mit ihnen so viele Hoffnungen und Träume verbanden, die letztlich aber unerfüllt bleiben sollten.

Mt ihnen wird viel Glanz, Geschick und Erfolg verbunden, sie sorgten im doppelten Wortsinn für das Überleben einer Staatsform, die allerdings schon kurz darauf zusammenbrechen sollte.

Wegen eines Krieges, den mehrere Monarchen selbst angezettelt hatten. Als sie eine Ahnung von dem bekamen, was sie angerichtet hatten, war es indes schon zu spät.

Frank Lorenz Müller: „Die Thronfolger – Macht und Zukunft der Monarchie im 20. Jahrhundert“; Siedler Verlag, München 2019; 464 Seiten mit 28 Abbildungen; 28 Euro

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