Dialog und Verständigung

Gerade für die Deutschen ist er nach wie vor eine Lichtgestalt: Michail Gorbatschow. Seine Perestroika brachte das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung Deutschlands. Daß dies keine Selbstverständlichkeit war, zeigen die Ereignisse der vergangenen Jahre überdeutlich. In einem neuen Buch setzt er nun seinen Kampf um Frieden und Freiheit fort.

Den Großmächten scheint der Friede nicht mehr allzu wichtig zu sein. Die USA haben das Abrüstungsabkommen mit Russland gekündigt, das von Gorbatschow beschworene „gemeinsame Haus Europa“ zerfällt (nicht nur wegen des Brexits), China fährt immer mehr die Ellbogen aus, weltweit bricht sich zunehmend der Nationalismus Bahn.

Gorbatschow macht angesichts dieses Dilemmas eindrucksvoll klar, Was jetzt auf dem Spiel steht. Ihm ist es ein spürbarer Dorn im Auge, dass internationale Lösungen immer mehr out zu werden drohen, sich die Führer der Staaten immer mehr im Egoismus verlieren, statt die Lösung der Probleme in globaler Verbundenheit anzugehen.

Dialog und Verständigung bleiben für ihn weiter unverzichtbar. Daran lässt er nicht rütteln. Und er widmet sich in diesem Buch intensiv auch Deutschland, dem er sich nach wie vor innig verbunden fühlt.

Michail Gorbatschow: „Was jetzt auf dem Spiel steht“; aus dem Russischen von Boris Reitschuster; Siedler Verlag, München 2019; 192 Seiten; 18 Euro

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