Die Welt im Mittelalter

Globalisierung – wenn man die Sache recht betrachtet, ist das kein modernes Phänomen. Schon vor 1000 Jahren schwappte die erste Woge über den Globus. Mit ebenfalls gravierenden Folgen. Auf diese einschneidende und spannende Epoche blickt Valerie Hansen in einem Buch aus dem Verlag C.H. Beck.

Die Geschichtsprofessorin von der Yale University beleuchtet sie die Situation in aus heutiger Sicht erstaunlich prosperierenden afrikanischen Reichen, aber auch entlang der Seidenstraße von China nach Europa oder bei den Wikingern, die sowohl der Wolga etlang bis nach Byzanz, aber auch über den Nordatlantik bis in den Kontinent, der später Amerika genannt wurde, gelangten. Das Jahr 1000 ist für sie der Zeitpunkt, als die Globalisierung begann. Und diese These untermauert sie mit vielen faszinierenden Aspekten.

Zum ersten Mal hätten damals nicht nur Waren, sondern auch Philosophien und Ideen ihre Reise durch aller Herren Länder antreten können. Nicht nur aus Sicht der Autorin handelt es sich hier um eine große Zäsur in der Weltgeschichte. Obwohl es noch kein World Wide Web gab, vernetzte sich die Erde doch in einer geradezu atemberaubenden Dynamik.

Und so ist ihr Buch nicht nur eine grandiose historische Momentaufnahme, sondern zugleich auch eine großartige Geschichte menschlicher Begegnungen.

Valerie Hansen: „Das Jahr 1000 – Als die Globalisierung begann“; aus dem Englischen von Anna und Wolf Heinrich Leube; Verlag C.H. Beck, München 2020; 393 Seiten; 28 Euro

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