Geschichten ums Kochen

Eine der beliebtesten literarischen Gattungen sind die Anekdoten. Kein Wunder. Sie sind kurz, leicht zu lesen und in aller Regel höchst amüsant. Einige dieser in diesem Fall buchstäblich köstlichen Geschichten hat Dieter Weidenfeld für ein neues Buch aus der Edition Michael Fischer zusammengetragen.

Da erfährt man zum Beispiel, nach welcher geheimnisvollen Suzette eine der beliebtesten Süßspeisen Frankreichs, die Crepe, eigentlich benannt ist. Es geht aber auch um Streitfragen: zum Beispiel, ob das Sauerkraut denn nun erfunden wurde – den Bayern oder den Elsässern? Der gefüllte Ochsenschwanz wiederum gilt als Nationalgericht der Engländer – erfunden haben ihn aber die Franzosen. Und kaum zu glauben ist Wie eine Auster das Zarenreich rettete.

Wer hätte wiederum die Hinrichtung Ludwig XVI. mit einer Schweinshaxe in Verbindung gebracht? Und wer kennt die innige Beziehung dessen x-maligen Vorgängers Heinrich IV. zu einem Suppenhuhn? Den zweimaligen polnischen König Stanislaus Leszinski mit einer Zwiebelsuppe in Verbindung zu bringen, liegt da schon weitaus näher.

All dies ist locker und mit leichter Feder erzählt, so dass es mit höchstem Vergnügen zu lesen ist. Hobbyköche lässt Weidenfeld dabei nicht im Stich: Sternekoch Heinz Winkler wartet in dem höchst gelungenen Büchlein mit Rezepten zum Nachkochen auf. Mmmmmhhh!

Dieter Weidenfeld: „Wie eine Auster das Zarenreich rettete“; kulinarische Geschichten; Edition Michael Fischer, Igling 2021; 207 Seiten; 20 Euro

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